ERP-Vergleich
ERP-Vergleich für Photovoltaikunternehmen – herstellerneutrale Entscheidungshilfe
Welches ERP passt zu welchem Solarbetrieb? Wir vergleichen die gängigen Optionen – ohne Vertriebs-Interesse, mit den Kriterien, die in der PV-Realität wirklich zählen.
ERP-Auswahl ist eine der teuersten und langfristigsten Entscheidungen, die ein Photovoltaikunternehmen treffen kann. Eine falsche Wahl bedeutet erheblichen Investitionsaufwand und viele Monate Einführung – für ein System, das man im schlimmsten Fall nach wenigen Jahren wieder ablösen muss. Trotzdem werden ERP-Entscheidungen oft auf Basis von Vertriebs-Präsentationen getroffen, deren Hersteller alle dieselbe Botschaft haben: "Unsere Software passt perfekt zu Ihnen".
Wir sind kein Vertriebspartner irgendeines ERP-Herstellers und bekommen keine Provisionen. Unsere Empfehlungen basieren auf zwei Dingen: Was wir in echten Solarbetrieben gesehen haben, und welche Anforderungen die PV-Branche tatsächlich an ein ERP stellt. Im Folgenden sortieren wir die typischen Kategorien und sagen, für welche Betriebsgröße und Anforderung welche Variante in der Regel passt.
Die vier ERP-Kategorien für PV-Unternehmen
Branchen-ERP für Photovoltaik
Vorgefertigte Lösungen speziell für PV-Betriebe – mit Anlagen-Stammdaten, EEG-Logik und PV-typischen Workflows.
Passt für:
PV-Reinbetriebe ab 15–20 MA, die einen schnellen Start wollen.
Stärken:
Sofort einsatzbereit, Branchenwissen mitgebracht, etablierte Schnittstellen.
Schwächen:
Hohe User-Lizenzkosten, Anpassbarkeit begrenzt, Hersteller-Abhängigkeit.
Generisches Universal-ERP
Standard-ERPs wie kaufmännische Komplettsysteme. Müssen für PV-Anforderungen konfiguriert/erweitert werden.
Passt für:
Betriebe mit gemischtem Geschäft (PV + andere Handwerksleistungen), 20–80 MA.
Stärken:
Solide Buchhaltung/Lager, breite Schnittstellen, viele Berater verfügbar.
Schwächen:
Erheblicher Anpassungsaufwand für PV, oft Workarounds nötig.
Open-Source-Plattform
Frei verfügbare ERP-Plattformen, die für PV-Anforderungen angepasst werden – ohne Lizenzkosten.
Passt für:
Wachsende Betriebe mit Tech-Affinität und langfristiger Perspektive.
Stärken:
Keine Lizenzkosten, volle Quellcode-Hoheit, hochgradig anpassbar.
Schwächen:
Höherer initialer Aufwand, weniger Berater verfügbar, mehr Eigenverantwortung im Betrieb.
Eigenentwicklung
Maßgeschneiderte Software, die genau auf Ihre Prozesse zugeschnitten ist – meist modular aufgebaut.
Passt für:
Betriebe mit besonderen Anforderungen, hohem User-Volumen oder strategischer Differenzierung über Prozesse.
Stärken:
100 % Prozess-Fit, keine User-Lizenzen, volle Datenhoheit, wächst mit dem Betrieb.
Schwächen:
Höhere Initialinvestition, längere Time-to-Value, Auswahl des richtigen Entwicklungspartners entscheidend.
Entscheidungskriterien in der richtigen Reihenfolge
Diese Reihenfolge ist wichtig – die meisten teuren Fehlentscheidungen entstehen, weil Frage 1 zu spät gestellt wird.
- 1
Welche Prozesse müssen das ERP zwingend abbilden?
Beginnen Sie nicht mit Software-Vergleichen, sondern mit Ihren echten Engpässen. Welche drei bis fünf Prozesse müssen unbedingt sauber laufen, damit Ihr Betrieb skaliert?
- 2
Wo wollen Sie in 3–5 Jahren stehen?
Ein ERP wird typischerweise 7–15 Jahre genutzt. Es muss nicht nur den heutigen Zustand abbilden, sondern auch das Wachstum mittragen. Branchen-ERPs skalieren oft schwieriger als Eigenentwicklungen.
- 3
Wie viele User werden das System nutzen?
Bei User-basierten Lizenzmodellen kann die TCO bei 30+ Usern schnell sechsstellig pro Jahr werden. Eigenentwicklungen oder Open-Source-Plattformen haben hier andere Kostenkurven.
- 4
Welche internen Ressourcen haben Sie?
Wer wird das ERP intern weiterentwickeln und pflegen? Wer wird Schulungen halten? Wer wird Anpassungen verantworten? Die Antwort beeinflusst die Wahl zwischen Standardprodukt und Eigenentwicklung.
- 5
Datenhoheit – wie wichtig?
Sind Sie bereit, dass Ihre Stamm- und Kundendaten in einer US-Cloud eines Software-Herstellers liegen? Wenn nein, scheiden einige Kategorien aus. Eigenentwicklungen und Open-Source-Plattformen können typischerweise in Deutschland gehostet werden.
- 6
Erst dann: Software-Vergleich
Mit den vier vorherigen Antworten haben Sie ein klares Anforderungs-Profil – damit wird der Software-Vergleich zur sachlichen Übung statt zur Glaubensfrage. Wir helfen herstellerneutral.
Häufige Fragen
Antworten auf Ihre Fragen
Alles, was Sie über die Zusammenarbeit mit digimax wissen müssen.
Welche konkreten ERP-Produkte empfehlt ihr?
Wie objektiv ist eure Beratung wirklich?
Wir nutzen schon ein ERP, das nicht passt. Wechseln oder ergänzen?
Was kostet eine ERP-Auswahl-Beratung?
Wie lange dauert ein ERP-Wechsel realistisch?
Welches ERP passt zu Ihrem Betrieb?
Im 15-Minuten-Sparring sortieren wir Ihre Anforderungen und sagen ehrlich, welche Kategorie sinnvoll ist – auch wenn das Ergebnis "Sie brauchen kein ERP" lautet.
