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digimax by Patrick Motsch

ERP-Vergleich

ERP-Vergleich für Photovoltaikunternehmen – herstellerneutrale Entscheidungshilfe

Welches ERP passt zu welchem Solarbetrieb? Wir vergleichen die gängigen Optionen – ohne Vertriebs-Interesse, mit den Kriterien, die in der PV-Realität wirklich zählen.

ERP-Auswahl ist eine der teuersten und langfristigsten Entscheidungen, die ein Photovoltaikunternehmen treffen kann. Eine falsche Wahl bedeutet erheblichen Investitionsaufwand und viele Monate Einführung – für ein System, das man im schlimmsten Fall nach wenigen Jahren wieder ablösen muss. Trotzdem werden ERP-Entscheidungen oft auf Basis von Vertriebs-Präsentationen getroffen, deren Hersteller alle dieselbe Botschaft haben: "Unsere Software passt perfekt zu Ihnen".

Wir sind kein Vertriebspartner irgendeines ERP-Herstellers und bekommen keine Provisionen. Unsere Empfehlungen basieren auf zwei Dingen: Was wir in echten Solarbetrieben gesehen haben, und welche Anforderungen die PV-Branche tatsächlich an ein ERP stellt. Im Folgenden sortieren wir die typischen Kategorien und sagen, für welche Betriebsgröße und Anforderung welche Variante in der Regel passt.

Die vier ERP-Kategorien für PV-Unternehmen

Branchen-ERP für Photovoltaik

Vorgefertigte Lösungen speziell für PV-Betriebe – mit Anlagen-Stammdaten, EEG-Logik und PV-typischen Workflows.

Passt für:

PV-Reinbetriebe ab 15–20 MA, die einen schnellen Start wollen.

Stärken:

Sofort einsatzbereit, Branchenwissen mitgebracht, etablierte Schnittstellen.

Schwächen:

Hohe User-Lizenzkosten, Anpassbarkeit begrenzt, Hersteller-Abhängigkeit.

Generisches Universal-ERP

Standard-ERPs wie kaufmännische Komplettsysteme. Müssen für PV-Anforderungen konfiguriert/erweitert werden.

Passt für:

Betriebe mit gemischtem Geschäft (PV + andere Handwerksleistungen), 20–80 MA.

Stärken:

Solide Buchhaltung/Lager, breite Schnittstellen, viele Berater verfügbar.

Schwächen:

Erheblicher Anpassungsaufwand für PV, oft Workarounds nötig.

Open-Source-Plattform

Frei verfügbare ERP-Plattformen, die für PV-Anforderungen angepasst werden – ohne Lizenzkosten.

Passt für:

Wachsende Betriebe mit Tech-Affinität und langfristiger Perspektive.

Stärken:

Keine Lizenzkosten, volle Quellcode-Hoheit, hochgradig anpassbar.

Schwächen:

Höherer initialer Aufwand, weniger Berater verfügbar, mehr Eigenverantwortung im Betrieb.

Eigenentwicklung

Maßgeschneiderte Software, die genau auf Ihre Prozesse zugeschnitten ist – meist modular aufgebaut.

Passt für:

Betriebe mit besonderen Anforderungen, hohem User-Volumen oder strategischer Differenzierung über Prozesse.

Stärken:

100 % Prozess-Fit, keine User-Lizenzen, volle Datenhoheit, wächst mit dem Betrieb.

Schwächen:

Höhere Initialinvestition, längere Time-to-Value, Auswahl des richtigen Entwicklungspartners entscheidend.

Entscheidungskriterien in der richtigen Reihenfolge

Diese Reihenfolge ist wichtig – die meisten teuren Fehlentscheidungen entstehen, weil Frage 1 zu spät gestellt wird.

  1. 1

    Welche Prozesse müssen das ERP zwingend abbilden?

    Beginnen Sie nicht mit Software-Vergleichen, sondern mit Ihren echten Engpässen. Welche drei bis fünf Prozesse müssen unbedingt sauber laufen, damit Ihr Betrieb skaliert?

  2. 2

    Wo wollen Sie in 3–5 Jahren stehen?

    Ein ERP wird typischerweise 7–15 Jahre genutzt. Es muss nicht nur den heutigen Zustand abbilden, sondern auch das Wachstum mittragen. Branchen-ERPs skalieren oft schwieriger als Eigenentwicklungen.

  3. 3

    Wie viele User werden das System nutzen?

    Bei User-basierten Lizenzmodellen kann die TCO bei 30+ Usern schnell sechsstellig pro Jahr werden. Eigenentwicklungen oder Open-Source-Plattformen haben hier andere Kostenkurven.

  4. 4

    Welche internen Ressourcen haben Sie?

    Wer wird das ERP intern weiterentwickeln und pflegen? Wer wird Schulungen halten? Wer wird Anpassungen verantworten? Die Antwort beeinflusst die Wahl zwischen Standardprodukt und Eigenentwicklung.

  5. 5

    Datenhoheit – wie wichtig?

    Sind Sie bereit, dass Ihre Stamm- und Kundendaten in einer US-Cloud eines Software-Herstellers liegen? Wenn nein, scheiden einige Kategorien aus. Eigenentwicklungen und Open-Source-Plattformen können typischerweise in Deutschland gehostet werden.

  6. 6

    Erst dann: Software-Vergleich

    Mit den vier vorherigen Antworten haben Sie ein klares Anforderungs-Profil – damit wird der Software-Vergleich zur sachlichen Übung statt zur Glaubensfrage. Wir helfen herstellerneutral.

Häufige Fragen

Antworten auf Ihre Fragen

Alles, was Sie über die Zusammenarbeit mit digimax wissen müssen.

Welche konkreten ERP-Produkte empfehlt ihr?

Wir nennen bewusst keine konkreten Produkte auf der Website – das wäre eine generische Empfehlung, die in vielen Betrieben falsch wäre. Im Erstgespräch geben wir herstellerneutrale Einschätzungen zu konkreten Optionen, die zu Ihrer Größe und Anforderung passen.

Wie objektiv ist eure Beratung wirklich?

Wir bekommen keine Provisionen von Software-Herstellern. Unser Geschäftsmodell ist Beratung und individuelle Softwareentwicklung – wir empfehlen ein Standardprodukt, wenn das die richtige Wahl ist, und eine Eigenentwicklung, wenn die sinnvoller ist. Beides ist für uns wirtschaftlich gleichwertig.

Wir nutzen schon ein ERP, das nicht passt. Wechseln oder ergänzen?

In etwa 70 % der Fälle ist Ergänzen wirtschaftlicher als komplett Wechseln. Bestehendes ERP bleibt für Buchhaltung und Stammdaten, fehlende Bausteine werden ergänzt (z.B. CRM, Konfigurator, Monteur-App). Das spart die teure Migrationsphase.

Was kostet eine ERP-Auswahl-Beratung?

Wir bieten strukturierte Auswahl-Prozesse als Festpreis-Paket an (Anforderungsaufnahme, Marktrecherche, Demo-Koordination, Entscheidungsworkshop). Der konkrete Aufwand hängt von Betriebsgröße und Tiefe der Anforderungen ab. Falls Sie sich danach für eine Eigenentwicklung mit uns entscheiden, wird der Auswahl-Aufwand teilweise auf das Folgeprojekt angerechnet.

Wie lange dauert ein ERP-Wechsel realistisch?

12–24 Monate bis das neue System vollständig produktiv läuft. Erste Module sind nach 8–16 Wochen nutzbar, der vollständige Roll-out passiert phasenweise. Big-Bang-Roll-outs sind hochrisikoreich und in PV-Betrieben selten sinnvoll.

Welches ERP passt zu Ihrem Betrieb?

Im 15-Minuten-Sparring sortieren wir Ihre Anforderungen und sagen ehrlich, welche Kategorie sinnvoll ist – auch wenn das Ergebnis "Sie brauchen kein ERP" lautet.